Allgemein

Aktuelle Entwicklungen in der Feuerversicherung - Wissenswertes für Brandschutzbeauftragte und Verantwortliche im Arbeitsschutz

3. August 2021, von Hans-Peter Veit

Mit Hilfe Ihrer Dokumentation können Sie zu Ihren Gunsten die sogenannte Quotenregelung aushebeln und ggf. eine höhere als ursprünglich seitens des Versicherers angebotene Entschädigungsleistung erreichen.

Grobe Fahrlässigkeit wird unterstellt

Bei Verletzung von Sicherheitsvorschriften wird grobe Fahrlässigkeit unterstellt. Dies kann den Versicherer im Schadenfall berechtigen, die Entschädigung entsprechend der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers zu kürzen (Quotenregelung).

Verhältnisse wie auf einem orientalischen Basar

Wie schwer wiegt das Verschulden des Versicherungsnehmers im konkreten Schadenfall? Dies ist von den individuellen Verhältnissen im Schadenfall abhängig und lässt sich nicht ohne Weiteres in eine Schablone pressen. Es gibt erheblichen Verhandlungsspielraum – mitunter wie auf einem orientalischen Basar – den Sie nutzen sollten!

Diese konkreten Entlastungsmöglichkeiten sollten Sie im Schadenfall ggf. nutzen

Mit Hilfe Ihrer Dokumentation, z.B. Aufzeichnungen, Checklisten, Prüfberichte etc. können Sie zwei Ansätze verfolgen:

a) Zum einen können Sie ggf. den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit entkräften: Ihr Verschulden war nur leicht fahrlässig. In einem solchen Fall hat der Versicherer keine Sanktionsmöglichkeiten.

b) Lässt sich der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit nicht widerlegen, können Sie ggf. die Schwere Ihres Verschuldens positiv beeinflussen – mit der Folge, dass der Versicherer z.B. anstelle von 50% nun 75% entschädigt.

Autor:

Dipl.-Bw. Hans-Peter Veit

Technischer Underwriter DVA, Referent Sachversicherung, Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) Referent für WEKA Forum für Sicherheit der WEKA Akademie GmbH im Bereich der Weiterbildung für Brandschutzbeauftragte

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